Warum Bitterkeit nur zu Problemen führt

Bitterkeit und Groll verursachen Streit und Trennung – aber es gibt einen Ausweg!

Verfasst von Øyvind Johnsen
Warum Bitterkeit nur zu Problemen führt

Vergebung: Josephs Vorbild

„Die Brüder Josephs aber fürchteten sich, als ihr Vater gestorben war, und sprachen: Joseph könnte uns gram sein und uns alle Bosheit vergelten, die wir an ihm getan haben. Darum ließen sie ihm sagen: Dein Vater befahl vor seinem Tode und sprach: So sollt ihr zu Joseph sagen: Vergib doch deinen Brüdern die Missetat und Sünde, dass sie so übel an dir getan haben. Nun vergib doch diese Missetat uns, den Dienern des Gottes deines Vaters! Aber Joseph weinte, als sie solches zu ihm sagten.“ 1. Mose 50,15-17.

Die Brüder befürchteten, dass Joseph ihnen nur deshalb vergeben hatte, weil sein Vater ihn darum gebeten hatte. Erfahrungsgemäß bewirkt oft ein solches Unrecht, wie es Joseph von seinen Brüdern erfahren hat, dass eine bittere Wurzel entsteht. Joseph hatte nun die Macht, um sie zu bestrafen, und die Brüder fürchteten sich vor dieser Strafe. Um dem Schaden vorzubeugen, kamen sie zu ihm, fielen vor ihm nieder und sagten: „Siehe, wir sind deine Diener.“ 1. Mose 50,18. Aber die Brüder hatten keinen Grund, sich zu fürchten. Joseph hatte in dieser ganzen Zeit sein Herz rein bewahrt und konnte deshalb in dem, was geschehen war, Gottes Hand sehen. Er hatte ihnen von Herzen vergeben, und hier kommen die berühmten Worte: „Ihr gedachtet es böse mit mir zu machen, aber Gott gedachte es gut zu machen, um zu tun, was jetzt am Tage ist, nämlich ein großes Volk am Leben zu erhalten.“ 1. Mose 50,20.

Das ist einer der ergreifendsten Berichte, die wir in der Bibel lesen können. Joseph hatte verstanden, dass Vergebung eine ganz entscheidende Bedingung dafür war, dass Jakobs Nachkommen zusammenhalten und in Zukunft als ein Volk bewahrt werden konnten.

Es ist verwunderlich, daran zu denken, dass dieses Zwölf-Stämme-Volk seinen Ursprung in der Versöhnung zwischen zwölf Brüdern hatte.

Überwinde das Böse mit Gutem

So war es auch mit Nelson Mandela in Südafrika. Er saß 27 Jahre lang im Gefängnis auf Robben Island. Ein solches Erlebnis würde normalerweise eine bittere Wurzel verursachen. Aber in Verbindung mit seiner Freilassung aus dem Gefängnis erzählt er: „Als ich durch die Tür hinaus und der Pforte entgegenging, die mich in die Freiheit führen sollte, wusste ich: Wenn ich Bitterkeit und Hass zurückbehalte, werde ich für immer im Gefängnis sein.“ Er verstand, dass die zukünftige Gesellschaft des Landes nicht auf einer bitteren Wurzel aufgebaut werden kann, sondern nur auf Vergebung und Versöhnung.

„Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem“, schreibt Paulus in Römer 12,21. Wenn man in den Verhältnissen des Lebens bitter wird, so wurde man vom Bösen überwunden. Und dann ist man außerstande, das Böse zu überwinden.

„Jagt dem Frieden nach mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird, und seht darauf, dass nicht jemand Gottes Gnade versäume, dass nicht etwa eine bittere Wurzel aufwachse und Unfrieden anrichte und viele durch sie unrein werden.“ Hebräer 12,14-15. Eine bittere Wurzel kann nur in einem unreinen Herzen aufwachsen. Sie ist sehr ansteckend und verursacht nur Schaden. Ein reines Herz lässt die Bitterkeit nicht herein.

Das Kreuz vereint

„Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort der Versöhnung.“ 2. Korinther 5,19. Durch Jesu Versöhnungstod wurde die Welt mit Gott versöhnt. Den Frieden, der dieser Versöhnung folgt, kann jede Seele erfahren, die zum Glauben an Christus kommt. Aber wenn dieser Friede und die Versöhnung bewahrt werden sollen, muss diese Neigung in unserem Fleisch – das Böse, das andere gegen einen getan haben, zu bewahren und sich daran zu erinnern – ans Kreuz gebracht werden, denn nur dort kann die Feindschaft besiegt werden. Epheser 2,14-16.

Feindschaft und Bitterkeit schaffen Trennungen zwischen den Menschen, aber das Kreuz vereint. Wenn du deinen Nächsten anklagst und schlecht über ihn redest, ist es die Feindschaft in deinem Fleisch, die deine Zunge als Werkzeug gebraucht.

„Denn auch wir … lebten in Bosheit und Neid, waren verhasst und hassten untereinander.“ Titus 3,3. Feindschaft erzeugt Feindschaft. Stell dir vor, für Zeit und Ewigkeit aus diesem bösen Teufelskreis herauszukommen! Darum sollen wir Christen „… niemanden verleumden, nicht streiten, gütig sein, alle Sanftmut beweisen gegen alle Menschen.“ Titus 3,2.

„Wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr!“ Kolosser 3,13.

Wir sehen, dass Vergebung und Versöhnung ganz notwendig und grundlegend in der christlichen Botschaft sind – und eine Bedingung dafür, Gemeinschaft bauen zu können.

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Dieser Text entstammt der Lutherbibel, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart. Mit Erlaubnis verwendet. Alle Rechte vorbehalten.

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