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Umgang mit Verlust

Ich kann mich noch genau erinnern, worüber ich vor ein paar Jahren nachdachte: „Wie würde ich reagieren, wenn jemand sterben würde, der mir nahe steht? Würde ich zusammenbrechen und das nicht tragen können?“

Mein Tag begann wie jeder andere Tag auch. Morgens fiel mir das Aufstehen schwer und ich bat zu Gott, dass er mir Kraft geben möchte. Der Morgen gehörte noch nie zu meiner liebsten Tageszeit.

Ich war schon früh auf der Arbeit. Das Telefon klingelte. Ich nahm ab und war sofort alarmiert, als ich die gepresste Stimme meiner Mutter am anderen Ende hörte. Ich war mir sicher, dass irgendetwas nicht stimmte. Meine Gedanken rasten. Ich fror als ich ihre Worte hörte: „Ich kann deinen Vater nicht aufwecken! Er sieht so friedlich aus…“

Ich kann mich noch genau erinnern, worüber ich vor ein paar Jahren nachdachte: „Wie würde ich reagieren, wenn jemand sterben würde, der mir nahe steht?“ Würde ich zusammenbrechen und das nicht tragen können? Ich dachte an andere, die ich in der Trauerphase erlebte und an den Schmerz, einen geliebten Menschen zu verlieren. In den meisten Fällen schienen sie von Niedergeschlagenheit umgeben zu sein, von einer Schwere und Sorge, die nicht mehr vorüberzugehen schien.

Ich hatte Angst vor dem Unbekannten, wie es wäre, wenn mir so etwas passieren würde. Oder schlimmer noch, wen würde ich wohl „verlieren“? Ich wusste nur, dass ich nicht wollte, dass Niedergeschlagenheit mein Leben überdecken sollte.

Jetzt war ich in genau dieser Situation; das Unerwartete war eingetroffen. Als ich meinen Vater daliegen sah, wirkte das so restlos endgültig.

Der Schmerz,  jemand Nahestehenden zu verlieren ist definitiv und real. Das kann man nicht leugnen. Es kann sich fast so anfühlen, als ob einem jemand ein Messer ins Herz rammt. Gerade am Anfang kann sogar das Atmen wehtun. Ich konnte den Geist der Niedergeschlagenheit spüren, der  mich überkommen wollte, der meine Gedanken und meinen Körper einnehmen wollte.

Es ist eine Wahl!

Jetzt ist schon ein ganzes Jahr vergangen und mein Kopf kann es immer noch nicht ganz begreifen, dass mein Vater nicht mehr da ist. Doch diese Zeit war ein Kampf, den ich durch Gottes Gnade und durch sein Wort gewonnen habe! Ich kann bezeugen, dass der Geist der Niedergeschlagenheit nicht in meinem Leben existiert! Warum? Weil ich verstand, dass es eine Entscheidung ist. Es ist meine Entscheidung, ob ich der Niedergeschlagenheit erlaube, in mein Herz zu kommen und mein Leben zu zerstören. Ich kann mich entscheiden, an Gottes Wort zu glauben!

Ein paar Monate nach dem Tod meines Vaters las mir meine Mutter die Verse aus Jesaja 61,1-3 vor: „Der Geist Gottes des Herrn ist auf mir… zu trösten alle Trauernden zu Zion, dass ihnen Schmuck statt Asche, Freudenöl  statt Trauerkleid, Lobgesang statt eines betrübten Geistes gegeben werden, dass sie genannt werden „Bäume der Gerechtigkeit“, „Pflanzung des Herrn“, ihm zum Preis.“ Was für ein Gedankenwechsel! Lobgesang statt eines betrübten Geistes! Lobgesang ist etwas aktives, das mich erfüllt und mich umgeben kann. Dankbarkeit kann aus meinem Herzen und über meine Lippen kommen, statt Selbstmitleid, Einsamkeit und einem dauernden Vermissen der verstorbenen Person.

Ich preise Gott für den Vater, den er mir gab und für die Jahre, die wir zusammen hatten! Ich weiß sicher wo er ist und oft frage ich mich, wie es da oben wohl ist. Der Himmel erscheint mir viel näher, nicht mehr so gruselig oder so endgültig. Seit dem Todestag meines Vaters habe ich eine Sehnsucht nach der Ewigkeit und ein intensives Verlangen nach dem Himmel bekommen. Das hat in mir einen neuen Sinn zur Nähe der unsichtbaren Welt geweckt und ich verstehe viel mehr als zuvor, dass die Zeit kurz ist.

Als Christin habe ich immer gewusst, dass die Ewigkeit und der Himmel etwas Wunderbares ist, auf das ich mich freuen kann! Ich habe auch verstanden, dass mein Leben hier auf der Erde meine Ewigkeit entscheiden wird. Das hat mich motiviert, jeden Tag die richtige Entscheidung zu treffen, damit ich meinen Vater wiedersehen kann.

Das hat mich motiviert, jeden Tag die richtige Entscheidung zu treffen, damit ich meinen Vater wiedersehen kann.

Obwohl die Trennung durch den Tod für die Hinterbliebenen nicht angenehm ist, bleibt doch die Tatsache, dass er nur vorrübergehend ist. Und ich darf heute immer noch leben! Ich habe einen Lauf zu laufen und mein Vater würde mich anfeuern! Ist es nicht sinnvoll, den Tag zu verbringen, den Gott uns gegeben hat? Das Leben ist ein Geschenk!

Wenn ich an den Tag zurückdenke, an dem ich diesen gefürchteten Anruf von meiner Mutter erhielt, werde ich daran erinnert, dass ich die Wahl habe. Ich kann das Leben wählen und es ganz leben. Der Geist der Niedergeschlagenheit ist für immer aus meinem Herzen und meinem Sinn verbannt!

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