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Niemals wird etwas Gutes dabei rauskommen, wenn man dem Gedanken nachhängt: „Warum gerade ich?“

Anita war eine junge Ehefrau und Mutter, als sie eine ernste, lebensbedrohliche Krankheit bekam ...

Meine inzwischen verstorbene, liebe Frau Anita hatte eine seltene Bindegewebserkrankung vererbt bekommen, an der ihre Großmutter, Mutter, Tanten, Onkel und Geschwister bereits in jungen Jahren gestorben waren. Sie alle wurden nur etwa 34 bis 46 Jahre alt. Im Alter von nur 26 Jahren musste man auch bei Anita feststellen, dass sie von dieser Krankheit betroffen war. Die Gefahr dieser Erkrankung besteht darin, dass sich – unabhängig von den Schmerzen in Muskeln und Knochen – die Blutgefäße des Körpers stark erweitern. Werden diese erweiterten Gefäße dann nicht rechtzeitig operiert, so reißen sie eines Tages.

Nachdem bei Anita diese gefährliche Krankheit diagnostiziert worden war, erlebten wir eine schwere und herausfordernde Zeit. Zur genaueren Untersuchung wurde sie in die Universitätsklinik nach Oslo einbestellt. Dabei stellte sich heraus, dass die aus dem Herzen herausführende Hauptschlagader bereits so stark erweitert war, dass sie sofort operiert werden musste. Dieser Eingriff wurde dann vier Wochen später durchgeführt; ein Stück der Aorta wurde ersetzt und eine künstliche Herzklappe implantiert. Die ersten Wochen vor der Operation war Anita immer wieder von schwermütigen Gedanken und Stimmungsschwankungen geplagt, so, wie es wohl normalerweise jedem Menschen ergeht, nachdem er eine solch harte Diagnose mitgeteilt bekommen hat.

Von Anita

Zitat aus einem Schreiben von Anita aus der Zeit vor der Operation: „Zusammen mit einigen Freunden hatten wir unsere Osterferien in den Bergen gebucht, und diese Pläne wollten wir unbedingt   durchführen, trotz meiner Diagnose und der bevorstehenden Operation… Meine Stimmung schwankte weiterhin zwischen glücklich sein und traurig sein, zwischen Freude und verärgerten Worten – ich verhielt mich so, wie ich mich selbst eigentlich gar nicht mochte.“

Eines Abends während der Ferien sagte Anita: „Svein, du kannst mit den anderen Männern in die Sauna gehen, ich werde mich hinlegen und neue Kräfte für morgen sammeln.“ Zitat aus ihrem Schreiben: „Als ich mich hingelegt hatte, wurde mir auf einmal bewusst, dass ich einen Kampf aufnehmen und richtig an mir arbeiten musste, damit ich die Mama sein konnte, die ich sein wollte und an die sich meine Kinder gerne erinnern wollten, falls ich, wie ich dachte, bald sterben würde. Und ich wollte auch eine Ehefrau sein, wie Svein sie verdiente. Ich wollte nicht, dass einer meiner Lieben mit schlechten Erinnerungen zurückbleiben musste. Ich faltete meine Hände und betete zu Gott wie nie zuvor, er möge alle destruktiven Gedanken und meine negativen Verhaltensweisen von mir nehmen, dass weder Bitterkeit noch alle diese Dinge mich beherrschen können, damit ich so leben kann, dass ich inmitten meiner schwierigen Verhältnissen ein gutes Vorbild sein kann. Da geschah etwas Unerklärliches: Ich wurde mit Frieden und Freude und dem Glauben erfüllt, dass dies gelingen würde. An diesem Abend schlief ich friedlich ein.“

Anita nutzte bewusst die Kraft und Macht des Gebets, um zur Ruhe zu kommen und um schwere Gedanken, Sorgen über die Zukunft usw. unter ihre Füße zu bekommen. Seit jenem Tag führte sie ein erhobenes Leben im Glauben an Jesus Christus.

Die darauf folgenden Jahre, von ihrem 26. bis zum 50. Lebensjahr, waren geprägt von mehreren schweren und gefährlichen Operationen. Doch mitten darin wurde Anita von Bitterkeit und anderen niederbrechenden Kräften bewahrt. Das Gebet war für sie eine tägliche Waffe, um in Frieden und Ruhe bewahrt zu bleiben. Sie war versöhnt mit ihrem Lebensweg, sie war von Dankbarkeit, Frieden und Freude erfüllt, und sie nahm jeden einzelnen Tag als Geschenk aus Gottes Hand.

Neues Zitat von Anita: „Bitterkeit ist etwas, was sich immer wieder einzuschleichen versucht. Die Gedanken kommen einfach. Das Wort ‚warum?‘  ist gefährlich, wenn man es in die Gedanken eindringen lässt. Es kommt nie etwas Gutes dabei heraus, wenn man dem Gedanken nachhängt, warum ausgerechnet ich ein solches Schicksal erleiden muss.“

„Dank meines Glaubens habe ich ja Gott, von dem ich Kraft und Stärke hole. Ohne Gott wäre es sehr viel schwieriger gewesen, mit dieser Krankheit ein glückliches Leben zu führen.  Ich habe den Glauben daran, dass mein Todestag genau vorherbestimmt ist. Aus diesem Grund muss ich die Tage, die ich noch zugeteilt bekomme, so gut als möglich leben, weil alles, was mir auf meinem Weg begegnet, zu meiner Ausbildung für mein Leben nach dem Tode dient.“

Kraft aus Gottes Wort

Eine von Anitas beliebtesten Schriftstellen der Bibel, die ihr zu großer Hilfe waren, steht in Jesaia 40,29: „Er gibt den Müden Kraft, und Stärke genug den Unvermögenden.“ Zitat von Anita: „Das habe ich viele Male erfahren, und ich nehme die Macht des Gebetes jeden Tag zu Hilfe.  Ich bin von Gottes Hilfe, dem Frieden und der Ruhe, die er mir in den Prüfungen gibt, abhängig.“

Eine andere für Anita zentrale Schriftstelle ist 2. Korinther 4,16: „Darum werden wir nicht müde; sondern wenn auch unser äußerer Mensch verfällt, so wird doch der Innere von Tag zu Tag erneuert.“ Dieser neue Mensch, diese Fülle von Herrlichkeit – Jesu Leben, das durch die Verhältnisse hervor wachsen soll – spürten wir bei Anita in besonderem Maß. Sie war erfüllt mit Dankbarkeit für ihr Leben, und sie benutzte jeden Tag, als ob es der letzte wäre. Sie segnete die Menschen auf ihrem Weg und war gut zu ihnen.

Die Früchte des Geistes, von denen in Galater 5,22 steht, kamen aus ihrem Leben hervor – Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Milde, Güte, Treue, Sanftmut, Keuschheit. „In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen“, steht in Johannes 1,4.

Viele, die ihr in dieser Zeit begegneten, spürten die Dankbarkeit, die ihr Leben ausstrahlte. Dank des unerschütterlichen Glaubens und durch die Kraft des Gebetes, und durch den Glauben, dass Gottes Weg mit uns vollkommen ist, ist es wirklich möglich, trotz großer Prüfungen und Trübsalen ein erhobenes Glaubensleben zu leben. Meine liebe Anita verließ mich und unsere Kinder am 15. Juli 2017. Sie starb an ihrer Krankheit, aber sie war bis zu ihren letzten Stunde voller Dankbarkeit, Glauben und Hoffnung auf ein Leben in Ewigkeit.

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